Ask the Mango

Jahresthema 2026

 

Die Fremdheit der Mango ist fast vergessen, weil es sie bei uns überall zu kaufen gibt – sie verkörpert einen gewissen Widerstreit von Fremdheit und Vertrautheit, der die beiden Begriffe etwas zerfasert

Hintergrund: Als farbenfroher, saftig-süßer Exot verwöhnt die Mango unsere westliche Überflussgesellschaft, als Import steht sie oft für unsere zerstörerischen Wirtschaftspraktiken – wir eignen uns die Mango dann gewaltsam an

Der Aufruf-Charakter des Titels lässt die Mango als mögliche Quelle eines Wissens erscheinen, von dem wir uns entfremdet haben und das hier ein Rederecht bekommt – triefend und mit diffusem Kern ist sie eine widerspenstige Instanz, deren Wahrheiten nicht leicht zu fassen sind – die Mango verkörpert auch Komplexität

Die Mango steht bei uns noch immer für einen gewissen Exotismus, der darauf verweist, dass wir unsere Kultur, unseren Standpunkt unbewusst ins Zentrum der Welt stellen und alles von hier aus beurteilen (d.h. oftmals vereinfachen und verfälschen). So gesehen zeigt sich hier unsere Entfremdung – von der Lebensvielfalt auf diesem Planeten, sei es Flora oder Fauna oder das Wesen Mensch in seinen vielfältigen Ausformungen, die wir ‚Kultur‘ nennen

Der Dialog mit der Mango als surreale Metapher für den künstlerischen Versuch, die Aufmerksamkeit auf Vergessenes, Übersehenes, auch unsichtbar Gehaltenes zu lenken – so gesehen auch (aber keineswegs nur!) eine feministische und entkolonialisierende Praxis

Nicht zuletzt steht die Mango wie auch die Tatsache, dass der Jahrestitel die Öffentlichkeit auf Englisch anspricht, für die internationale Ausrichtung der EULENGASSE

 

© 25.01.2026 Barbara Ina Frenz

HOLZWEGE

Jahresthema 2025

Paul, ein Holzhandwerker mit einer Leidenschaft für Perfektion, erschuf sein Meisterwerk: einen kunstvoll geschwungenen Holzplankenweg durch den Wald. »Ein Weg für die Ewigkeit«, sagte er voller Stolz. Doch niemand ging ihn. Eines Tages blieb ein Wanderer stehen, schüttelte den Kopf und meinte: »Er führt nirgendwohin!« Paul lächelte. »Genau! Aber hast du jemals einen schöneren Weg gesehen?« Manchmal führt Leidenschaft nicht ans Ziel – doch die Reise selbst bleibt unvergesslich.

Der Begriff »Holzweg« wird im Deutschen metaphorisch verwendet, um einen Irrweg oder eine falsche Richtung zu beschreiben.

Ähnliche Redewendungen existieren in anderen Sprachen:

Englisch:
»Wild goose chase« beschreibt eine sinnlose oder erfolglose Suche, »bark up the wrong tree« bedeutet, den falschen Baum anzubellen.
Französisch:
»Faire fausse route« bedeutet wörtlich »einen falschen Weg nehmen« und wird verwendet, wenn jemand in die Irre geht oder einen Fehler macht.
Spanisch:
»Ir por el camino equivocado« heißt »den falschen Weg gehen«.
Italienisch:
»Essere fuori strada« bedeutet »vom Weg abgekommen sein«.
Niederländisch:
»Op het verkeerde pad zijn« bedeutet wörtlich »auf dem falschen Pfad sein« und wird ähnlich wie der deutsche Begriff verwendet.
Brasilianisch:
»Entrar pelo cano« – wörtlich »durch das Rohr gehen«, bedeutet aber sinngemäß, auf die falsche Fährte zu geraten oder in eine schwierige Situation zu kommen.
Schwedisch:
»Vara ute och cykla« – wörtlich: »draußen Fahrrad fahren«, wird metaphorisch genutzt, um auszudrücken, dass jemand auf dem falschen Weg ist oder sich irrt.

Diese Wendungen verdeutlichen die metaphorische Idee des »Holzwegs« als das Verfolgen eines irreführenden oder falschen Pfads.

Martin Heidegger lebte in der Natur des Schwarzwalds (in seiner „Hütte“) und griff den Begriff in seinem philosophischen Werk »Holzwege« auf. Doch in unserer Auffassung weist der »Holzweg« nicht in die Irre, sondern lässt Raum für die Möglichkeit, wieder auf die richtige Spur zu finden.

Holzwege sind verschlungene Pfade im Wald, die uns in die Landschaft führen und eine Auseinandersetzung mit unserer Umwelt anregen. Wir betrachten nicht nur den Naturraum, sondern auch die politische Dimension von Holz. Umwelt- und Naturschutz sind untrennbar mit gesellschaftlicher und sozialer Entwicklung verbunden. Ebenso können landesspezifische Unterschiede in der Bedeutung des Waldes beleuchtet werden: Ist das romantische Bild des Waldes als Rückzugs- und Erholungsort überhaupt noch zutreffend? Welche Ängste, Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen sind mit ihm verbunden? Und was sagt dies über unser Verhältnis zur Natur aus?

EUROPEAN CITIES ART NETWORK 2024

Tirana and Frankfurt am Main, two cities with different cultural identities, are organizing an artistic exchange in 2024. Gallery70 + Satellite Zone in Tirana and Kunstverein EULENGASSE in Frankfurt are bringing together artists from both cities. These artists, despite their different cultural experiences in Albania and Germany, will explore common themes and share their perspectives. This exchange has the potential to be enriching for both the participating artists and the audiences on both sides.

As part of the Frankfurt Art Experience 2024, EULENGASSE presented the EUROPEAN CITIES ART NETWORK Tirana/Albania & Frankfurt am Main project in September 2024. The program featured two exhibitions with separate openings: »SPECTACULUM« – a solo show by Jon Kraja, and »NO-WHERE, EVERY-WHERE TO GO – Jon Kraja and the young Albanian artists«. The events also included a roundtable discussion on »Public space and urban city centre development – Tirana/Albania and Frankfurt am Main«, along with an artist talk with Jon Kraja. Looking ahead, the exhibition »TIPPING POINT« will be held from October 8th to 15th in Tirana at Gallery70 and GALERIAKALO, focusing on critical moments of social and ecological change. The central theme of the project is »Tipping Point«, which encompasses various aspects of current global crises and changes. It aims to stimulate debate on how different tipping points are interconnected and how they affect life.

ROUND ROBIN

An exhibition project with live action curated by Andrea Blumör and Vládmir Combre de Sena Publisher EULENGASSE e.V., Frankfurt am Main, Germany
World premiere at SUPERMARKET Independent Art Fair Stockholm, 14-17 October 2021

Colonialism, racism, art?
We want to talk to you about it!
Spin our wonder wheel and we’ll find the keyword! Tell us your story and be part of the Round Robin.

 

This is a Round Robin

It was probably invented by sailors in the 16th or 17th century. When they made a demand to the captain, they signed it in a round, so it was not possible to pick out the leaders. In the 1980s, archaeologists found two shipwrecks in Gothenburg harbor. One ship was retrieved, it was on its way back from China. The other sank due to a mutiny, it is still down there. The port of Gothenburg was the most important port for Sweden. So let’s talk about the other parts of the world and why Europeans sailed there. Let’s talk about European colonialism and its aftermath to this day.

The curators put together an exhibition with works by artists living in Sweden and Germany. It shows results on everyday experiences and also artistic research. The artists also opened the dialogue in spatial and temporal dimensions. Before SUPERMARKET Independent Art Fair they held online conversations on the topics of the Round Robin. During the fair they will have conversations with artists at the booth, online, and with the audience and they will continue the conversations after the SUPERMARKET 2021 ends.

Participating Artists
Meira Ahmemulic, Gothenburg/SWE
Andrea Blumör, Offenbach/GER
Vládmir Combre de Sena, Frankfurt am Main/GER
Harald Etzemüller, Frankfurt am Main/GER
Tunay & Tuğba Önder, Munich/GER
Rahulla Torabi, Frankfurt am Main/GER

and the guests
Monica Manso Moreno PhD (FAU-USP), Campinas/BRA
James O. Culver Jr., Musician and Writer, USA

Hut ab – Kopf an! – Joseph Beuys 100

»Hut ab – Kopf an!«
Zeitzeugen, Gespräche und Werke zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys war eine Veranstaltung des Kunstvereins EULENGASSE Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit FeuilletonFrankfurt und dem Filmforum Höchst. Die Veranstaltung war Teil des Jahresprogramms »Participate NEW!« und wurde mit Unterstützung des Kulturamts der Stadt Frankfurt im Rahmen von »EULENGASSE innovativ neu eröffnen« gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

Als sich am 12. Mai des Jahres 2021 der Geburtstag des Künstlers Joseph Beuys zum 100. Mal jährte, erinnerten sich zahlreiche kulturbeflissene Personen, Künstler*innen, Museen, Institutionen usw. an den Mann mit dem Filzhut und der Anglerweste. Nur wenigen Zeitgenossen war es gelungen, so nachhaltig einen Platz in der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts einzunehmen. Gleichzeitig war es ein einzigartiges Verdienst von Joseph Beuys, mit der von ihm und seinem Werk ausgehenden Erweiterung des Kunstbegriffs (Stichwort »soziale Plastik«) bis heute – und sicherlich noch weit ins 21. Jahrhundert – als wirkmächtige Messlatte für die Gegenwartskunst zu dienen.

Wir riefen dazu auf, zum 12. Mai 2021 eigene Gedanken oder Werke auf den Einfluss von Beuys zu überprüfen nach dem Motto: Was habe ich mit Beuys zu schaffen? Was hat Beuys mit mir und meinem Werk zu tun? Ist der Hase ein Tier oder ein Mythos? – Ausgehend von dieser symbolischen Frage wurde jeder, der dies las, aufgefordert, einen Beitrag zu der Veranstaltung »Hut ab – Kopf an!« einzureichen, die am 12.05.2021 live auf dem EULENGASSE YouTube-Kanal stattfand.

Die eingereichten Beiträge durften alle Formate sein: künstlerische Arbeiten (in fotografischer Abbildung, als Video), Wortbeiträge (Audio, Video), auch Performances und Live-Aktionen, Flash-Mobs oder schriftliche Statements, Pamphlete oder Gedankenspiele. Die Sprache der Beiträge war unerheblich, Übersetzungen wurden falls erforderlich erstellt. Je früher ein Beitrag eingereicht wurde, desto besser. Genau wie seinerzeit in Beuys‘ Klasse an der Kunstakademie wurde kein Beitrag zurückgewiesen, aber inhaltlich intensiv und kritisch diskutiert!

> Webseite Hut ab – Kopf an! – Joseph Beuys 100

Auf YouTube
> Hut ab – Kopf an! (I)
> Hut ab – Kopf an! (II)
> Hut ab – Kopf an!: Eduard Beaucamp im Gespräch mit Petra Kammann
> Beuys 100. – Alle Beiträge

Verurteilt zu Leinwand, Stiften, Holz und Wort

Katalog »Verurteilt zu Leinwand, Stiften, Holz und Wort«

Vier Künstler*innen arbeiten mit straffälligen Jugendlichen
Ein Kooperationsprojekt der Jugend-Kultur-Werkstatt Falkenheim Gallus e.V. mit dem Kunstverein EULENGASSE e.V.

Im September und Oktober 2020 arbeiteten vier Künstler*innen des Frankfurter Kunstvereins EULENGASSE mit straffälligen Jugendlichen zusammen. Dieses Kunstprojekt wurde in Kooperation mit der Jugend-Kultur-Werkstatt Falkenheim Gallus e.V. (JKWF) entwickelt. In deren Bildhauerwerkstatt im Frankfurter Gutleutviertel wurden die Kunstprojekte nacheinander durchgeführt. Jede/r Künstler*in arbeitete an bis zu sechs Nachmittagen mit den Jugendlichen und brachte zusätzlich zu den künstlerischen Medien der Bildhauerwerkstatt ein eigenes Angebot für die Jugendlichen mit.

Die künstlerischen Arbeiten, die die Jugendlichen in den vier Teilprojekten gefertigt hatten, wurden Anfang 2021 im Ausstellungsraum EULENGASSE in Frankfurt am Main präsentiert und zum Verkauf angeboten. Begleitend zur Ausstellung erschien eine Publikation. Diese Publikation dokumentierte die Kunstkooperation und ging gleichzeitig über das durchgeführte Kunstprojekt hinaus. So wurden im Kontext auch strukturelle Rahmenbedingungen erläutert, Sichtweisen auf Jugendliche und von Jugendlichen eröffnet, manche Klischee-Vorstellungen thematisiert und Aspekte zur Reflexion gestellt.

Idee und Projektentwicklung
Petra Väth, Harald Etzemüller und Vládmir Combre de Sena

Kuratierung
Vládmir Combre de Sena

> Publikation
> Podcast auf Blubrry

TAUSCH! Contemporary Art Fair 2019

Die »TAUSCH! Contemporary Art Fair 2019« war ein 4-tägiges Kunstfestival, welches sich in jenem Jahr der Kunst in ruralen Räumen widmete. Das ARThaus Altheim bei Dieburg öffnete vom Donnerstag, den 15. bis Sonntag, den 18. August seine Türen und Räume für ein gattungsübergreifendes Messe-Event: Die Besucher erlebten rund zwei Dutzend Präsentationen und Werkgespräche bildender Künstler in den »Cabinets« sowie Kreativ-»Workshops« zum Mitmachen, begleitet von einem Rahmenprogramm mit Sound und Musik, Liedern und Jazz, Tanztheater, Performances und Kunstaktionen.

Der rurale Raum hatte in den letzten Jahren zunehmend seinen Weg auch in kulturpolitische Diskurse und Programme gefunden, stellte Julia Effinger von der Stiftung Genshagen fest: Gegensätze von Stadt und Land sowie Mythenbildungen von beiden Seiten wurden immer wieder diskutiert, Zwischenräume ausgelotet und Definitionen gesucht. So wurden auf der »TAUSCH! 2019« vielen künstlerischen Fragestellungen nachgegangen, z.B. der Frage nach dem dialektischen Verhältnis von Kunst und Markt, nach Anerkennung von Künstler und Werk und Möglichkeiten der Selbstvermarktung, oder dem scheinbaren Gegensatz von Stadt und Land.

Zeitgenössische Künste fanden in der Großstadt Frankfurt sowie in Darmstadt oder Aschaffenburg ihr Publikum. Aber wie sah es im Umland dazwischen aus? Zeitgenössische Kunst schlug häufig gesellschaftskritische und provozierende Töne an, ging gegen den Strich, gegen das Gewohnte, das Normative. Wie und wo fand man solche Kunst im ruralen Raum? Ähnliche Fragen, wie sie bei der Tagung »Spielräume in der Provinz. Mit zeitgenössischer Kunst und Kultureller Bildung ländliche Räume gestalten« im vergangenen Herbst (2018) in Genshagen aufgeworfen wurden, wurden daher gestellt: Welchen Beitrag konnten zeitgenössische Kunst und kulturelle Bildung in der Pluralität ruraler Räume tatsächlich leisten? Welche Initiativen und Aktivitäten gab es und was war die Motivation der Akteurinnen und Akteure?

Gerade diesen Fragestellungen zu Chancen und Herausforderungen für die Kreativwirtschaft im ländlichen Raum gingen wir in dem sachkundig besetzten Roundtable »MÖGLICHKEITSRAUM LAND – ENTWICKLUNGSMOTOR KUNST« für regionale Akteure nach. Ziel des Roundtable war es, fachliche Konstellationen zum Gelingen kultureller Projekte im ruralen Raum herauszuarbeiten, anwesende kulturelle Akteure miteinander zu vernetzen und Anregungen zu geben, wie interkommunale und überregionale Strukturen und Trägerschaften organisiert werden könnten, damit sie nachhaltig arbeiten.

Die Besucher nahmen am kulturpolitischen Roundtable teil, folgten im »Forum« Kunstvorträgen, waren Publikum bei einer Talkrunde über Anerkennung in der Kunst und Möglichkeiten der Selbstvermarktung, betrachteten die »Ausstellung« aller beteiligten Künstler*innen oder gingen hinaus in den kulinarischen »Gast-Hof«. Der Kunstverein EULENGASSE, der Bund Offenbacher Künstler BOK und der Verein ARThaus Kunst und Kultur Münster-Altheim veranstalteten die »TAUSCH! Contemporary Art Fair 2019 – Kunst in ruralen Räumen« als gemeinsames Kooperationsprojekt des Jahres.

> Webseite www.tausch2019.eulengasse.de

EULENGASSE exhibition barn @ Troestau Art week

Zur dritten Kunstkirchweih, die im Zweijahres-Rhythmus in Tröstau im Fichtelgebirge veranstaltet wird, sind neben lokalen und regionalen Künstlerinnen und Künstlern verschiedener Kunstrichtungen auch Mitglieder von EULENGASSE eingeladen. Kunst in ungewöhnlichen Orten präsentieren, das gehört von Anbeginn zur Tröstauer Show am ersten August-Wochenende. Die Frankfurter Kunstschaffenden stellen ihre Arbeiten in einer großen Scheune in einen Dialog, von feinen Zeichnungen über Malerei, Skulptur, Fotografie und Video bis hin zu einer raumgreifenden textilen Arbeit werden Themen miteinander verwoben und die Besucherinnen und Besucher darin verstrickt.

Teilnehmer: Vládmir Combre da Sena, Harald Etzemüller, Sabine Imhof, Arturo Laime, Rosemarie Lücking, Susanna Sitterding, Martina Templin, Helmut Werres