AXEL OBIGER @ EULENGASSE

Berliner Projektraum Axel Obiger

Was?
Das Spiel mit dem fiktiven Galeristen »Axel Obiger« ermöglicht, den Kunstbetrieb kritisch zu hinterfragen und darin verschiedene Rollen einzunehmen. Die damit verbundene forschende Arbeit bezüglich der Mechanismen und Funktionsweisen des »Betriebssystems Kunst« bilden einen wesentlichen Strang der Projektarbeit. Die »Galerie Axel Obiger« wurde 2009 als Produzentengalerie für aktuelle Kunst gegründet, zeigt die künstlerische Produktion der an der Projektgalerie beteiligten Künstler und ermöglicht Gästen und Projektgruppen, ihre Arbeit zu präsentieren. Axel Obiger sind: Alke Brinkmann, Harriet Groß, Katrin Hoffert, Nana Kreft, Gabriele Künne, Josina von der Linden, Katharina Moessinger, Oliver Möst, Enrico Niemann, Susanne Ring, Maja Rohwetter.

Wo?
Ausstellungsraum EULENGASSE
Datum:
16.09.2016 - 09.10.2016
Vernissage
Freitag 16.09. um 19:00 Uhr

SCHLAFLABOR

Von Schlaf und Schlaflosigkeit, Traum und Alptraum

Was?
Vom 9.10. bis zum 6.11. beherbergt der Zündorfer Wehrturm die Arbeiten, die während der Kooperation von Künstlern des Frankfurter Kunstvereins Eulengasse mit Künstlern von 68elf entstehen. Das gemeinsame Thema lautet SCHLAFLABOR. Von Schlaf und Schlaflosigkeit, Traum und Alptraum.
Wo?
Zündorfer Wehrturm, Köln
Datum:
09.10.2016 - 06.11.2016
Vernissage
9. Oktober 2016
Organisation:
Kooperationsprojekt 68elf e.V. und EULENGASSE e.V.
Website:
Bemerkung:


SCHLAFLABOR*


»Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen.« Proust
»I wanna wake up in that city that doesn-t sleep.« Sinatra
»Schlafen kann ich, wenn ich tot bin.« R.W. Fassbinder

Rund ein Drittel seines Daseins verschläft der Mensch.
Verschwendung von Lebenszeit? Der Schlaf, der antiken Mythologie nach Zwilling des Todes und in Götterhand liegend, befindet sich allgemein auf dem Rückzug. Immer mehr Menschen nehmen heute pharmazeutische Muntermacher zu sich, um länger durchzuhalten.
Andere würden gern (länger) schlafen, können es aber nicht (mehr). Die Schlafdauer des Durchschnittsamerikaners beispielsweise nimmt ständig ab. Für eine weltweit zunehmende Zahl von Menschen, die mehrmals nachts aufwachen, um ihre Mails zu checken, ist Schlaf inzwischen zu einer Art "sleep mode" verkümmert, einem lästigen Bereitschaftsmodus. Insgesamt weist die Statistik zur neuen Schlaflosigkeit rund 80 schlafmedizinische Diagnosen auf. Gleichzeitig werden Technologien entwickelt, die mittels riesiger Spiegel im Orbit das Sonnenlicht so reflektieren sollen, dass Teile der Erdoberfläche künftig rund um die Uhr taghellerleuchtet bleiben.

Der Essayist Jonathan Crary, von Haus aus Kunsthistoriker(!) an der New Yorker Columbia University, sieht im Schlaf das letzte menschliche Bedürfnis, das sich (anders als Hunger, Durst oder sexuelles Verlangen) derzeit noch nicht weitgehend steuern und umfassend ausbeuten lässt - somit als letztes großes Hindernis, welches dem endgültigen Sieg des Kapitalismus noch im Wege steht. Eines Kapitalismus, der uns 24 Stunden am Tag wach und auf Trab halten will: als permanent erreichbare und aktivierbare Mitarbeiter, Konsumenten und Kommunikatoren. Crary dagegen stellt sich leidenschaftlich auf die Seite eines Geistes, der nicht dem Effizienzkalkül unterliegt - und damit gegen alle technischen und ökonomischen Mächte, die uns per Schlafentzug verfügbar machen wollen, indem sie pausenlos unsere Aufmerksamkeit erzwingen. Er plädiert eindringlich dafür, den Schlaf als letztes Refugium des Träumens von einer anderen (besseren) Welt zu retten.

*Bernd Straub-Molitor
68elf e.V.

ÖFFNUNGSZEITEN
Seckbacher Landstraße 16
Do 17-21 Uhr · Fr 15-18 Uhr
So 15-19 Uhr
u.n.V. (tel: 069. 56005910)

Das Kulturportal der Stadt Frankfurt am Main

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