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ERICSON KRÜGER

alles ist schon draußen

Weltverbesserung, Installation und plastische Arbeiten

Was?
Der Offenbacher Künstler Ericson Krüger verfolgt eine vielseitige konzeptionelle Arbeitsweise. Seine Arbeiten wirken auf den ersten Blick sehr verschieden, folgen aber ein- und demselben Konzept: der Vermischung von tiefen, philosophischen Fragestellungen mit Phänomenen der Alltagsästhetik und Popkultur. Krüger arbeitet in unterschiedlichen Medien, zeichnet narrativ oder für die große Wand, macht Videos, Installationnen, konzeptionelle Fotografie und digitale Fotocollage, bedruckt Kleidung mit Grafik und Text, und schafft Plastiken.

Am konkretesten konnte er bislang seine Gedanken in Ton-Modellen visualisieren. Diese Arbeit sieht er, wie einige andere Arbeiten, als noch nicht abgeschlossen an, sondern als Ausschnitt von einem großen Ganzen. Die Ausstellung zeigt erstmals eine größere Auswahl dieser seit 2007 entstandenen plastischen Arbeiten, neben »Die Wörter«, einer Sammlung von über 1100 selbstverfassten Aphorismen, gesampelten Sprüchen und Gedankensplittern aus dem Alltag, »Existenzielle Fragen« und »Weltverbesserung«, einer Art Publikumsbefragung.

Mit dieser Ausstellung von Ericson Krüger bezieht der Kunstverein EULENGASSE eine deutliche Position für sein derzeitiges Jahresthema »es ändert sich gerade was«. Und Krüger beschließt seine Residence im Arbeitsraum von EULENGASSE. Die Ausstellung findet statt im Rahmen des Kooperationsprojekts 13/16 vom Bund Offenbacher Künstler mit EULENGASSE in der Galerie 13 des BOK sowie im Residency-Arbeitsraum, beides in den Zollamtstudios 3. Etage R. 305/306.


Wo?
Zollamtstudios 3. Etage R. 305/306
Datum:
08.09.2016 - 24.09.2016
Vernissage

Donnerstag, 8. September 2016, 19 Uhr

Einführung:
Prof. Heiner Blum (Hochschule für Gestaltung Offenbach)

Eine Veranstaltung im Rahmen des Kooperationsprojektes 13/16 Bund Offenbacher Künstler — Ausstellungsraum EULENGASSE

Bund Offenbacher Künstler e. V.
Zollamt Studios, Raum 305
Frankfurter Str. 91, 63067 Offenbach am Main
www.bok-of.de

Organisation:
BOK - Ausstellungsraum EULENGASSE
Kontakt:
Harald Etzemüller
Website:

SCHLAFLABOR

Von Schlaf und Schlaflosigkeit, Traum und Alptraum

Was?
Vom 9.10. bis zum 6.11. beherbergt der Zündorfer Wehrturm die Arbeiten, die während der Kooperation von Künstlern des Frankfurter Kunstvereins Eulengasse mit Künstlern von 68elf entstehen. Das gemeinsame Thema lautet SCHLAFLABOR. Von Schlaf und Schlaflosigkeit, Traum und Alptraum.
Wo?
Zündorfer Wehrturm, Köln
Datum:
09.10.2016 - 06.11.2016
Vernissage
9. Oktober 2016
Organisation:
Kooperationsprojekt 68elf e.V. und EULENGASSE e.V.
Website:
Bemerkung:


SCHLAFLABOR*


»Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen.« Proust
»I wanna wake up in that city that doesn-t sleep.« Sinatra
»Schlafen kann ich, wenn ich tot bin.« R.W. Fassbinder

Rund ein Drittel seines Daseins verschläft der Mensch.
Verschwendung von Lebenszeit? Der Schlaf, der antiken Mythologie nach Zwilling des Todes und in Götterhand liegend, befindet sich allgemein auf dem Rückzug. Immer mehr Menschen nehmen heute pharmazeutische Muntermacher zu sich, um länger durchzuhalten.
Andere würden gern (länger) schlafen, können es aber nicht (mehr). Die Schlafdauer des Durchschnittsamerikaners beispielsweise nimmt ständig ab. Für eine weltweit zunehmende Zahl von Menschen, die mehrmals nachts aufwachen, um ihre Mails zu checken, ist Schlaf inzwischen zu einer Art "sleep mode" verkümmert, einem lästigen Bereitschaftsmodus. Insgesamt weist die Statistik zur neuen Schlaflosigkeit rund 80 schlafmedizinische Diagnosen auf. Gleichzeitig werden Technologien entwickelt, die mittels riesiger Spiegel im Orbit das Sonnenlicht so reflektieren sollen, dass Teile der Erdoberfläche künftig rund um die Uhr taghellerleuchtet bleiben.

Der Essayist Jonathan Crary, von Haus aus Kunsthistoriker(!) an der New Yorker Columbia University, sieht im Schlaf das letzte menschliche Bedürfnis, das sich (anders als Hunger, Durst oder sexuelles Verlangen) derzeit noch nicht weitgehend steuern und umfassend ausbeuten lässt - somit als letztes großes Hindernis, welches dem endgültigen Sieg des Kapitalismus noch im Wege steht. Eines Kapitalismus, der uns 24 Stunden am Tag wach und auf Trab halten will: als permanent erreichbare und aktivierbare Mitarbeiter, Konsumenten und Kommunikatoren. Crary dagegen stellt sich leidenschaftlich auf die Seite eines Geistes, der nicht dem Effizienzkalkül unterliegt - und damit gegen alle technischen und ökonomischen Mächte, die uns per Schlafentzug verfügbar machen wollen, indem sie pausenlos unsere Aufmerksamkeit erzwingen. Er plädiert eindringlich dafür, den Schlaf als letztes Refugium des Träumens von einer anderen (besseren) Welt zu retten.

*Bernd Straub-Molitor
68elf e.V.

ÖFFNUNGSZEITEN
Seckbacher Landstraße 16
Do 17-21 Uhr · Fr 15-18 Uhr
So 15-19 Uhr
u.n.V. (tel: 069. 56005910)

Das Kulturportal der Stadt Frankfurt am Main

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